Vom Universum ein kleines Stück
Vor der Musik gibt es kein Zurück.« Justus Köhncke

Michael Meinhart gründete gemeinsam mit Gerwald Rockenschaub the audioroom, der sich seither als eines der wichtigsten Foren und Bühnen für elektronische Musik im Zusammenspiel mit bildender Kunst und Medienkunst etabliert hat. Die Anleitung des Künstlers zum symbolischen Akt im Kopf entspricht der Begierde des Betrachters nach visueller Lust.
(Doris Rothauer, WUV Wien)
Am Anfang der gut gemachten und kurzweiligen Fashionshow des Club Prominier hatte letzten Freitag im WerkzeugH Martina Salner aka Ready-made ihre klaren, fast klassischen Ensembles gezeigt. Rating: Kaufen! (z.B. auf der Blickfang Wien) Den Abschluß bildeten Edith A’Gays perfekt produzierte Kreationen mit vielen Hängerchen in allen möglichen Längen, auf denen die voluminösen Schmucktücke von AND_i bestens zur Geltung kamen. Insgesamt eine runde Veranstaltung mit charmanter Moderation (Paul Lohberger, Club Prominier), interessanter Damenmode made in A (einzig bei Pia Mia war ein Mann am Catwalk zu sehen) und guter Inszenierung (Michael Meinhart, Audioroom).
(Michaela Amort, Tschilp.com)
Zunächst konnte man hier essen, auch Kleider kaufen und sich die Haare schneiden lassen. Ziemlich versteckt, im Souterrain von “Schon schön” nämlich, gibt’s neuerdings auch eine Bar. Das Besondere: Im vorderen, dem goldenen Teil, gibt es eine flexible, großzügige Sitzlandschaft. In einem Extra-Raum, dem sogenannten Séparée, können sich Gesellschaften bis zu 15 Personen zurückziehen. Da wird aus der Bar nämlich ein Club und die “Schon schön”-Belegschaft feiert mit DJs den Wochenausklang. Vergangenen Samstag gab da Michael Meinhart mit “Golden Gate” seinen Einstand.
(Marlene Mayer, Die Presse)
Schön Schön: Festlich tafeln und bunte Cocktails schlürfen. Wie Gott in Frankreich: An der fürstlich gedeckten Tafel serviert Hermann Seiwald täglich ein 6-Gänge-Menü. Mit den Sitznachbarn geht´s nach dem Essen gleich in die neue Cocktailbar im Untergeschoß. Am Wochenende legen dort DJs auf: Michael Meinhart rockt die Turntables.
(Veronika Dolna, News)
Wien braucht ein Elektronikfestival. Darauf können sich nahezu alle Vertreter der Szene einigen: Der Nightwalk selbst könnte, so überlegt Landtagsabgeordnete, Gemeinderätin Nurten Yilmaz in der Presse, einen Ableger bekommen. »Der Stadt fehlt ein Elektronikfestival,« sie sorgt sich um ungenütztes kreatives Potential. »Interaktive Workshops an denen auch das Publikum beteiligt ist und eine reale Vernetzung von Publikum und Künstler abseits von MySpace«, schweben etwa Patricia Enigl vor. Einen Austausch über die oftmals engen Grenzen der Communities hinweg würden sich wiederum DJ Electric Indigo und Hennes Weiss (Wurstsalon) erwarten, wohingegen Audioroom-Macher Michael Meinhart unter anderem auf künstlerische Impulse durch an Artists vergebene Auftragswerke hofft.
Die Stadt als Kulturtourismusstandort braucht ein Elektronikfestival: »Auch eine Stadt mit großem kulturellen Erbe braucht moderne Festivals,« meint Norbert Kettner, »sie sind ein guter Anlass für Touristen wieder zurückzukehren.« Auch der Geschäftsführer des Wien Tourismus nennt das spanische Sonar als positives Beispiel: »Jeder kennt das Sonar, weil die Stadt zu dem Zeitpunkt elektronische Musik lebt.« Im Fall des Falles fordert er für Wien einen »Mut zu Dingen, die die gesamte Stadt erfassen. Nichts, wo in abgelegenen Hallen ein kleiner Zirkel Eingeweihter feiert. Wo, wenn nicht in Wien, sollte man das wagen können!«
Die Sponsoren brauchen ein Elektronikfestival: Für ein mögliches großes Wiener Festival erachtet die von The Gap zum Roundtable Einberufenen eine Finanzierungsdrittelung (Öffentliche Mittel, Sponsoring, Einnahmen) als ideal.
Szene und Subkultur stehen unter (womöglich selbst aufgelegtem) Innovationszwang
Wien könnte mit Städten wie Graz und Bratislava kooperieren: »Derzeit jedenfalls,« meint etwa Michael Meinhart »ist Wien auf der internationalen Trendlandkarte nicht wirklich vertreten.«
(Martin Mühl, Johanna Stögmüller, Thomas Weber, thegap)
Jetzt sorgt ein neues Kanal-Projekt für Gesprächsstoff. Das zwischen Salztor- und Schwedenbrücke konzipierte Sonnenufer will im Gegensatz zum bisher bestehenden die Tradition der trendigen Eventgastronomie brechen. »Eine Kulturzone mit Niveau« soll da rund um die Marienbrücke entstehen. Schwerpunkt bei der Salztorbrücke ist Gastronomie, rund um die Marienbrücke soll es Platz für Ausstellungen und Schautafeln zum Thema Wasser geben. Und in Richtung Schwedenbrücke stehen Familien mit Kindern im Mittelpunkt. Vor allem die moderne Gestaltung könnte Wien ein neues Design-Highlight bescheren.
Viel Anerkennung erntet das Projekt Sonnenufer am Leopoldstädter Ufer: Mit viel Grün, einer langen Bar, Kai-Terrassen und Platz für Kinder und Kultur. »Wir wollen Leben ans Ufer bringen«, sagen die Macher.
(Jochen Prüller, Österreich)
Als Michael Meinhart die Partyreihe the audioroom gründete, war Wien in puncto modernes Clubentertainment praktisch Entwicklungsland. In der langsam entstehenden Landschaft an Elektronikproduzenten und –labels fand der junge Mann mit der charakteristischen Brille sein Betätigungsfeld: einerseits den Besuchern gute Musik bieten, dazu aber auch damals unterschätzte Faktoren wie die visuelle Komponente und die Raumgestaltung berücksichtigen. Der Wander-Club wurde, der aus dem Trabant und dem WUK ebenso wie aus dem Casanova Revue Theater einen audioroom machte, wurde zu einer der Trademarks im Wiener Nachtleben. Neben internationalen Stars wurde der heimische Nachwuchs nie vergessen. Heute schmeißt Meinhart nur noch sporadisch Parties, die dafür aber einem wahren Almauftrieb der Szene gleichen.
(Sebastian Fasthuber in: Musik in Wien, Falter Verlag)
Viele beklagen, daß die Wiener Partyszene langweilig geworden sei. Die Absolut Vodka Release Party setzt nun wieder einmal auf den Geheimtipp-Faktor. Keiner weiß, wo die Party ist, erst über die Website erfährt man Näheres. Das erinnert an frühere illegale Raves, wo der einzige Kick darin bestand, die jeweilige Location ausfindig zu machen, was ja auch seinen Reiz hatte. Offenbar wollen die Partybesucher wieder gegängelt werden und finden das schrill, hip, trendy. Nun denn – immerhin scheint sich das musikalische Diktat etwas zu lockern, legen doch die beim Absolut-Event gebuchten Glimmers von Frank Sinatra bis Rock´n´Roll alles auf.
(Hans Kulisch, City Stadtzeitung)
»Ich biete keine Dienstleistung, sondern ein Kunstprojekt. Ziel ist, die Menschen zu verwirren und die Versuchung zu Neuem zu fördern,« beschreibt audioroom-Gastgeber Michael Meinhart seine Idee einer gelungenen Veranstaltung. Deshalb werden nicht nur für jedes Event einzigartige Flyer mit äußert reduziertem Design kreiert, die schon zu Sammlerobjekten wurden, sondern auch Räume neu gestaltet und Performances und Installationen in das Geschehen eingebaut. Denn bei Meinhart muß alles perfekt sein. Logofriedhöfe gibt es keine. Stattdessen wird Werbung ins Gesamtkonzept integriert. Für die Vodkamarke Absolut bastelte Meinhart eine eigene Absolut DJ Lounge ins WUK. Michael Meinhart fallen Veränderungen ohnehin nicht schwer. Ihm wird es schon zu langweilig, wenn sein audioroom zu oft am gleichen Ort stattfindet.
(Nina Horaczek, Falter)
Zugegebenermaßen ist der Partytitel ziemlich verschnarcht, aber er zieht seit Jahrzehnten und wird darum nicht geändert: Zum Auftakt des Semesters lädt die Hochschülerschaft wieder zum Angewandtenfest. Die Party ist ein Klassiker und weil wir uns in einer Kunsthochschule befinden, stammt die Deko klarerweise von der Medienklasse. Der “Groove Floor” wird von den Vienna Scientists gehostet, wobei Labelchef Jürgen Drimal sowohl Downtempo als auch Latin-House anbietet. Ebenfalls im Lineup: Uko mit eher deepen, bassig rockenden Scheiben. Very “arty”, legendär
(Christoph Wurmdobler, Falter)
»Ein Ready-Made-Club (Anm.: es wird der Programminhalt des Clubs transformiert, die Form bleibt konstant) war schon immer mein Traum. Ein Space, wo du einfach hingehst und alles sich bereits am richtigen Platz befindet – alles wartet schon auf das Publikum und ist gleichermaßen bereit für die Auftritte der Künstler,« kommentiert Michael Meinhart das Casanova Revue Theater mit einem schillernden Eingangsportal ganz im Broadway-Theater-Look. Im Erdgeschoß befindet sich die swinger lounge, ein gemütlicher Barraum mit Tanzfläche und Séparées, über Teppiche schreitet man dann hinunter in das zauberhaft anmutende Theater mit intimen, plüschigen Sitzecken, kleinen Tischen und einer Bühne, auf der bereits der Lamettavorhang für den Auftritt der Künstler aufgezogen ist. Im Hellfire Club ein skurril-erotisches Ambiente für Tanzmusik.
(Jerry J. Kriz, Wienside)
Eine swinger lounge im Künstlerhaus ist die auffälligste Reverenz an jenes Umfeld, in dem sich die Auseinandersetzungen um das, was es zu tragen gilt, am subtilsten und mutigsten abspielen: Auf der Tanzfläche der Clubs, wo die Kultur der feinen Unterschiede sich selbst feiert.
(Bert Rebhandl, Format)
Legende zu Lebzeiten. Das Nonplusultra unter den österreichischen Veranstaltungen, the audioroom, befindet sich in einem kaum übertreffbaren Höhenflug, Tendenz steigend. In konsequent innovativer Weise erschließt the audioroom neue Locations, tastet ab und bestimmt neue Trends, legt neuartige Zusammenhänge bloß und eröffnet überraschende Kunst- und Kulturoptionen. Das audioroom-Netzwerk hält langfristig die Avantgarde-Position unter den österreichischen Event-Machern inne.
(Jerry J. Kriz, Wienside)
Der schöne Backsteinbau WUK liegt nicht an irgendeiner Ausfallstraße an der Wiener Peripherie, sondern quasi im Herz der Stadt. Für eine volle und übervolle Hütte sorgten ab 1997 vor allem auch diverse Clubbings. Der hier oft und gerne ausgetragene Wanderclub the audioroom, der eine Reihe internationaler DJ-Stars in den Tanzsaal im neunten Wiener Bezirk lud, wo diese auf einer der besten Sound- und vor allem auch Lichtanlagen der Stadt den Dancefloor am kochen hielten.
(Karl Fluch, Der Standard)
the audioroom ist der Club, der Wiens audiophilen Wesen wirklich einzigartige Musik zu Gehör bringt. Gute Musik gibt es in vielen Clubs – im audioroom ist sie darüber hinaus auch noch irgendwie speziell, etwas das man eben nur zweimal im Monat im WUK findet. Auch wenn es zeitweise bedeutet Dosensardine spielen zu müssen, und die Schlange am Eingang wieder mal sehr »kommunikationsfördernd« war: the audioroom ist es wert!
(Vera Pesata, cycamp.at)
Wie es der Name bereits besagt, geht es bei the audioroom nicht nur um den richtigen »Ton«, sondern auch um den dazugehörigen »Raum«. Ziel ist es somit, an ausgefallenen Orten höchstqualitative Clubsounds, Performance- und Projektionskunst zu einer kompakten Einheit verschmelzen zu lassen. Das alteingesessene WUK wird durch trennende Vorhänge zu neuen »audiophilen« Räumen umgestaltet.
(Holger Fleischmann, thegap)
»Beim audioroom geht es neben der Musik darum, Räume zu definieren, zu bespielen und zu entdecken.« Der schrägste Ort für einen Club war sicher die Künstlerhauspassage, der ideale die alte Vet-med, weil sich dort das Konzept – eine Verbindung von Visual Arts, Performances mit elektronischer Musik – am besten umsetzen ließen.
WUK, eine ungewohnte Location für das audioroom-Team? »Wir werden mit den dortigen Möglichkeiten den Raum verändern: Vorne wird es eine Durchgangs- und Barsituation geben, der große Saal in drei Einheiten geteilt: Dancefloor, Café und ein visuell gestalteter Raum.«
(Ulli Springer im Gespräch mit “Headliner” Michael Meinhart, ahead)
»Anfang der Achtziger«, so der Künstler, DJ und audioroom-Impresario Gerwald Rockenschaub in einem Gespräch mit Stella Rollig für die “Cool Club Cultures” Ausgabe der Zeitschrift Kunstforum, »war Subkultur etwas Anarchisches, Existenzielles, nicht unterstützt und gefördert wie heute. Vielleicht werden gewisse Formen der frühen Achtziger jetzt wieder aufgegriffen.« Nichts reflektierte die Arbeit- und Denkweisen der “Parallel Spaces” in Österreich aber so sehr wie die “Junge Szene” (Anm.: Gruppenausstellung mit the audioroom, Wiener Secession) im Jahre 1996. Es war der Schrei nach Unmittelbarkeit, Subjektivismus, Crossover, der diese losen Formationen auszeichnete, die obendrein mit einem gewissen professionellen Dilettantismus agierten. Man zelebrierte Privatheit; Kunst und Leben verschmolzen gezwungenermaßen oft. Eben nicht klassische Ausstellungen im strahlend aseptischen White Cube, sondern »Events« mit dem Hang zum Gesamtkunstwerk.
(Doris Krumpl in: Kunst & Kultur in Österreich, das 20. Jhdt. Hg. Barbara Denscher)
audioroom – zu Deutsch: Musikzimmer – von Michael Meinhart und Gerwald Rockenschaub ist zwar kein eigenständiger Ort, aber ein überschaubar-beschaulicher Musiksalon. Was heute in den Wohnzimmern passiert, sind keine Rückzugsgefechte, sondern Experimente in selbstinitiierten Labors.
(Markus Wailand, Falter)
Für das Fünfjährige seines Babies audioroom hat Michael Meinhart sich und uns mit etwas ganz Besonderem beglückt: Der finnische “Meister der Extravaganza” Jimi Tenor hat mitsamt seiner Frau Nicole Willis auf der Bühne des Etablissements Casanova dem Soul, der wahnsinnigen Orgel und vor allem der Liebe gehuldigt. Alles war schwerst rot und mit Samt ausgeschlagen, überall leuchteten kleine Lämpchen und über allem lag der Hauch der Dekadenz. Das Charisma der beiden begeisterte mich, wie den Rest des aufjubelnden Publikums, für ihre Botschaft von Liebe und Seele in der Musik. Draussen schaue ich nach oben und höre so eine Stimme im Ohr: “Paint The Stars For You Baby”
(Sonja Eismann, FM4)
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